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Ein Dorf sieht schwarz - Bienvenu à Marly-Gomont

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Beschreibung:
1975 übernimmt ein frisch promovierter Arzt aus Zaire im französischen Hinterland eine Praxis als Landarzt und stößt auf rassistische Vorurteile der Anwohner. Amüsante und rührende Integrationskomödie, die in Frankreich zum überraschenden Sommerhit avancierte.

Anno 1975 feiert der aus Zaire stammende Seyolo Zantoko (Marc Zinga) sein erfolgreich absolviertes Medizinstudium an der Universität von Lille. Das lukrative Angebot, in seiner Heimat der Leibarzt von Präsident Mobutu zu werden, schlägt Seyolo aus, weil er das korrupte System missbilligt. Lieber würde er in Frankreich praktizieren, doch ihm fehlt eine Arbeitsgenehmigung. Da kommt der Bürgermeister Ramollu (Jean-Benoît Ugeux), der für die Mini-Gemeinde Marly-Gomont einen Dorfarzt sucht, gerade recht. Wohlwissend, dass die Dörfler aus dem tiefsten Hinterland wohl noch nie einen Afrikaner gesehen haben, ergreift Seyolo die Gelegenheit beim Schopf und zieht mit seiner Frau Anne (Aïssa Maïga) und den beiden Kindern (Medina Diarra & Bayron Lebli) in die französische Provinz. Hier muss er die Ressentiments der Bauern und die Enttäuschung der Familie aushalten: Als Seyolo am Telefon erklärte, nördlich von Paris eine Praxis zu übernehmen, hörte seine Frau nämlich nur Paris...

Die Idee zur Integrationskomödie stammt vom 2009 verstorbenen Seyolo Zantoko selbst, der sich nach anfänglichen Hemmnissen den Respekt der Dorfbewohner verdiente. Das Kernproblem sind nicht unbedingt die engstirnigen Bauern, die den afrikanischen Landarzt wegen seiner Fremdartigkeit ausgrenzen. Viel ärger ist die im Hintergrund wirkende Politik, hier personifiziert durch den miesen Lavigne (Jonathan Lambert), der das Bürgermeisteramt an sich reißen will. Lavigne schürt bewusst die Ängste der Leute, indem er etwa das Gerücht streut, Seyolo würde Abtreibungen vornehmen. Der in Marly-Gomont geführte Wahlkampf erscheint etwas unverhältnismäßig, denn immerhin ist hier der Bürgermeisterposten in einer der kleinsten Gemeinden des Landes zu vergeben. Dass die Lösung am Ende bedeutet, an der Wahlurne für den alten Bürgermeister zu votieren, können die politikverdrossenen Dörfler zunächst kaum begreifen. Die schönsten Momente hat die mit Kostümen, Tapeten und Frisuren der 1970er-Jahre ausgestattete Komödie, wenn Zantoko in die Offensive geht und sich mit den Bauern gemein machen will. Das Mittel der Wahl sind Besuche in der Dorfkneipe, wo zwischen Dartspielen und Bier trinken Raum für Diagnosen bleibt. Die Kneipe stellt als Ersatz für das Sprechzimmer natürlich keine Dauerlösung dar und so wendet sich am Zielpunkt der klassischen Dramaturgie aus Erfolgen und Misserfolgen freilich alles zum Besten.
Text und Bild: Schauburg Karlsruhe

FSK:  Keine Angabe
Film-Länge: 96 Minuten
Darsteller: Marc Zinga, Aissa Maiga, Bayron Lebli, Médina Diarra

Vorführungen heute, am 28.07. in folgenden Kinos:

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Trailer:

Kino-Trailer Ein Dorf sieht schwarz - Bienvenu à Marly-Gomont

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